Flüchtlingsprojekt

Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland

Angesichts drastisch zunehmender Flüchtlingsströme vor allem aus arabischen, afrikanischen und den Balkan-Ländern haben „Homöopathie in Aktion" (HiA) und die „Homöopathen ohne Grenzen" (HOG) 2015 ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen:

Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland - ein gemeinsames Projekt von HOG in Zusammenarbeit mit HiA.

Wir sind sehr glücklich darüber, dass es dieses Projekt nun gibt!

Bereits mehr als 160 homöopathisch arbeitende HeilpraktikerInnen und ÄrztInnen haben sich für die Arbeit mit Gefllüchteten angemeldet und an vielen Orten mit den Behandlungen begonnen!

Die Idee eines gemeinsamen Projekts: Synergie der Ressourcen

  • Durch den Zusammenschluss stehen eine große Zahl an erfahrenen Homöopathen für die Behandlungen von Geflüchteten zur Verfügung. Willkommen sind aber auch KollegInnen, die nicht Mitglied von HiA oder HOG sind!
  • Durch die gemeinsame Arbeit z.B. in Projektgruppen können wir voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen.
  • Durch gegenseitigen Austausch der Vertreter beider Vereine kann die Homöopathie als solche einen Zuwachs an Erkenntnis gewinnen.

Die Projektstruktur

ist schlank und einfach und besteht aus: 

  • den homöopathisch arbeitenden HeilpraktikerInnen und ÄrztInnen, die sich als Projektmitglieder angemeldet haben.
  • Projektgruppen, zu denen sich die KollegInnen zusammengeschlossen haben, um zusammenzuarbeiten und sich durch Austausch und Intervision gegenseitig zu unterstützen
  • Lokalen Kontaktpersonen: meist LeiterInnen der Gruppen, die den Kontakt zum Projektteam halten und Informationen von dort bekommen und weiterleiten, Fragen klären können etc. 
  • dem Projektteam: drei Kolleginnen Rosemarie Kaiser (Projektleitung) und Christa Ehrlich von HOG und Regina Mössner von HiA, die in Erfurt, Bielefeld und München sitzen. 
  • Sie sind gleichzeitig regionale Ansprechpartnerinnen für Mitte/Ost, Nord und Süd für die Gruppen bzw. deren Kontaktpersonen - siehe bitte hier

 

Was passiert bereits beim Flüchtlingsprojekt?

An verschiedenen Orten haben die Kollegen bereits mit der Behandlung begonnen und konnten auch schon erfreuliche Heilungsverläufe beobachten. Die Bildung von Projektgruppen in Nürnberg, München, Hamburg und Berlin ist in einem Prozess aktiver Energie.
Ganz besonders zu erwähnen ist ein Projekt, das sich mit der zupackenden Art einer HiA-Homöopathin und ihren Kolleginnen  bereits 2013 spontan in Hamburg gebildet hatte: Durch die Ankunft von Flüchtlingen, die in Lampedusa gelandet waren und von dort in die Hansestadt gebracht wurden, kam ein Kreis von rund zehn Homöopathen um Claudia Fröhlich zusammen. Sie behandelten in dieser kurzen Zeit ca. 300 Patienten! Mittlerweile wurde ein zweites Projekt gestartet, zu dem bereits wieder ca. 60 Flüchtlinge in homöopathische Behandlung kamen. Claudia Fröhlich ist gerne bereit, ihre Erfahrungen mit Interessierten zu teilen – zum Wohl der Geflüchteten.

Erste Feedbacks der ProjektkollegInnen

auf die Frage "Was hat Euch in Eurer Arbeit im Flüchtlingsprojekt bisher bewegt und was hat Euch gefreut?"

Katharina Wißkirchen, Berlin:
die schnelle Professionalisierung mit den vielen guten Infos und zahlreichen Übersetzungen des Infoblatts für die Flüchtlinge bei unverändert herzlichem Ton im Umgang miteinander.

Maria Hufnagel-Schwab, Heidelberg: Das große Leid eines 6 jährigen Kindes, dessen Vater vor ihm erschossen wurde.
Ein junger Mann 25 Jahre alt aus Gambia, der 4-5 mal lebensbedrohliche Situationen erlebt hat - in seinem Land, auf der Flucht im Gefängnis in Senegal, in der Wüste, eine Bombe m Flüchtlingsheim in Libyen, etc. er hat einen kleinen Sohn zurückgelassen, nach dem er unendliche Sehnsucht hat.
So jung, so viele Tragöden erlebt und trotzdem so lieb, menschenfreundlich und hilfsbereit geblieben.

Walburga Luderer, Tübingen: Ich bin froh, dass ich das Gefühl habe, mich bei Fragen an Dich/Euch wenden zu können - zu dürfen und auch, dass Ihr Seminare zu dieser Arbeit von Euch organisiert.

Anne Blomeyer, Nürnberg: Interessant finde ich, wie wichtig die Homöopathie auch für das Gelingen der Integration der Flüchtlinge ist. Sie können hier nicht ankommen, wenn sie ständig im körperlichen und seelischen Alarmzustand ihres akuten Traumas sind. Das hat ja auch eine soziale Dimension, wenn sich der Zustand in einer gesteigerten, oft unkontrollierbaren Aggressivität äußert. Viele haben trotz guter Angebote auch keine Chance, unsere Sprache zu lernen, weil sie geistig völlig blockiert sind. Leider kann ihnen nicht die Homöopathie allein helfen, ihre belastende Lebenssituation und die Ungewissheit über ihre Zukunft oder das Schicksal ihrer Angehörigen sind oft genug starke Heilungshindernisse.
Durch die intensiven Gespräche, die wir mit den Menschen führen müssen, erfahren wir eine Menge über das, was hinter dem politischen Wort „Flüchtlingskrise" steht. Es ist schwer zu verkraften, dass wir nur so wenigen Menschen helfen können, aber die Dankbarkeit dieser wenigen zu spüren, ist wunderbar und gibt uns Kraft zum Weitermachen.

Ulla Rogge-Schöll, Inning a. A.: Einerseits eure schnelle „Versorgung" mit den nötigen Infomaterialien und Seminarangeboten und anderseits die i.d.R. gute Stimmung und das Engagement für die Flüchtlinge in unserem Ort.
Und natürlich auch, dass ich sehen könnte, wie die homöopathische Behandlung den Flüchtlingen geholfen hat und somit deren schlaflose Nächte ein Ende hatten und wie erstaunt und dankbar sie waren, dass diese kleinen Kügelchen dabei so hilfreich sind.

Birgit Atzl, Nürnberg: Nach zögerlichem Anfang spricht es sich jetzt langsam herum und die ersten gut gelaufenen Fälle beeindrucken die Menschen, ich hoffe es etabliert sich jetzt!
Der Kontakt mit den Menschen und ihren Schicksalen und Traumata bewegt mich sehr, erlebe die Arbeit als sehr öffnend und freu mich immer auf die Sprechstunden!

Anke Lemmer, Erlangen: Es war schön, dass sich meine homöopathische Behandlung in der Notunterkunft so herumsprach, dass gezielt zu meinen Sprechstunden Flüchtlinge (wieder) kamen, die homöopathisch behandelt werden wollten (obwohl sie vorher noch nie etwas mit Homöopathie zu tun hatten).
Auch die Dolmetscher fanden während meiner Sprechstunden Zugang zur Homöopathie, holten eigenständig z.B. ein Paar mit unerfülltem Kinderwunsch am Ende der Akutsprechstunde... „Ich hätte da noch zwei Patienten, wenn noch Zeit ist...; vielleicht kann man da was machen?" Was aus der einmaligen Behandlung dann wurde, kann allerdings niemand wissen; denn das Paar ist schon längst aus der Notunterkunft ausgezogen.
Und sie sind mit der Zeit ALLE zu meinen Patienten geworden...
Und es hat sehr viel Freude gemacht, beim Hospitieren fitte Frauen aus unserer „Regionalgruppe Franken" dabei zu haben. Im Team macht das homöopathische Nachdenken noch mehr Spaß!
Überhaupt ist es eine Bereicherung, die Regionalgruppe Franken vom Gründungstag bis heute bei der Vernetzung zu erleben: pragmatisch, kollegial, kreativ!

Klaus Löbisch, Schopfheim: Das Engagement für eine globale medizinische Versorgung einzustehen, ist eine Möglichkeit etwas zurückzugeben. Denn das Unrecht, das die Industriestaaten den Ländern des Südens angetan haben, schreit zum Himmel:
die Versorgung der Diktatoren mit Waffen und die Zerstörung der lokalen Märkte.

Sabine Finkelmeier, Duisburg: Gefreut hat mich die Herzlichkeit der Flüchtlinge trotz widriger Umstände und die Dankbarkeit über unsere Arbeit.


Malea Birke, Berlin: Es ist wichtig, dass Homöopathie Teil der Flüchtlingshilfe ist. Homöopathie kann sich beweisen, dass sie ganzheitlich wirkt. Es ist für die homöopathische Gemeinschaft insgesamt eine neue Chance Vorurteile untereinander abzubauen mit dem Ziel, Menschen zu helfen.
 
 

Aktuelles vom Flüchtlingsprojekt